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Tiroler Knödel mit Brennnesseln

Brennnesselknödel

Knödel sind aus der Tiroler Küche nicht wegzudenken. Ob gefüllt oder ungefüllt, groß oder klein, ob süß oder herzhaft, ob als Suppeneinlage, Vor- oder Hauptspeise oder zum Nachtisch: Es gibt sie in unterschiedlichsten Varianten. Sie gehören quasi zu Tirol wie die Berge. Dieses Rezept für Brennnesselknödel ist eine tolle vegetarische Hauptspeise, die einfach und schnell zubereitet ist und mit wenigen regionalen Zutaten auskommt. 

Knödel mit frischen Brennnesseln

Die Geschichte des Knödels

Knödel haben in Österreich eine sehr lange Tradition: Bereits 3.600 v. Chr. wurden Knödel geformt, um Speisen zu konservieren. Seitdem hat sich dieses Gericht ziemlich weiterentwickelt. Der wohl bekannteste Knödel in Tirol ist der Tiroler Knödel. Entstanden sind sie vermutlich aus der Not heraus. Es wurde nur verwendet, was am eigenen Hof vorhanden war: harte Brotreste, Mehl aus der Ernte der Getreidefelder, Speck von der Schlachtung der Schweine, Eier von Hühnern und Milch von Rindern auf dem Hof. In kargen Zeiten ersetzte man den Speck durch Käse oder Rüben. Zur Fastenzeit gab es Knödel ohne Speck, die sogenannten Fastenknödel, die es nach wie vor gibt. Im 18. und 19. Jahrhundert fanden durch den Einfluss der böhmischen Küche süße Fruchtknödel ihren Einzug. Allerdings waren etwa Zwetschgenknödel mit Zimt und Zucker für die Allgemeinheit viel zu teuer und deshalb eine absolute Delikatesse.

Knödel sind in Österreich so tief verwurzelt, dass ihnen eigene Tage gewidmet wurden. In Tirol gab traditionell an Dienstagen, Donnerstagen und Samstagen Knödel. Das mag zwar heute nicht mehr so sein, aber wenn altes Brot übrig bleibt, kommt dieses Gericht nach wie vor in vielen Haushalten auf den Tisch.
Knödel mit Wildkraut

Brennnesselknödel: Die Brennnessel als heimisches Superfood

Du fragst dich jetzt, was Brennnesseln in Knödeln verloren haben? Jede Menge! Sie schmecken ähnlich wie Spinatknödel, nur haben Brennnesseln im Vergleich zu Spinat deutlich bessere Nährwerte: Ein echtes heimisches Superfood eben. 

Superfoods haben einen hohen Anteil an Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien und wirken sich so positiv auf die Gesundheit aus. Sie gelten als naturbelassen und werden oft biologisch angebaut. Allerdings kommen sie auch oft von weit her: Wie die Acai-Beeren, die im Amazonasgebiet heimisch sind, Chia-Samen, die ursprünglich aus Mexiko kamen und mittlerweile in vielen Teilen Südamerikas angebaut werden oder Spirulina – eine Alge – die in tropischen Gewässern mit hohem Salzgehalt vorkommt, vor allem in Mittelamerika, Südostasien, Afrika und Australien.

Oft denkt man deshalb, dass es gar keine regionalen Superfoods gibt. Aber das ist weit gefehlt. Denn es geht auch heimischer! Die Brennnessel ist solch ein regionales Superfood, das wild wächst und von einigen als Unkraut verschrien wird. Dabei handelt es sich bei dieser Pflanze um eine richtige Nährstoffbombe mit sehr vielen positiven Effekten für unsere Gesundheit.

Frisch gepflückte Brennnessel

Was macht die Brennnessel zum Superfood?

Brennnesseln enthalten jede Menge Eisen. Sogar doppelt so viel wie Spinat, der als absoluter Eisenlieferant gilt. Außerdem zeichnet sich die Pflanze durch einen sehr hohen Vitamin C Gehalt aus, wodurch das Eisen vom Körper gut aufgenommen wird. Im Vergleich zu Orangen, die als Vitaminbomben bekannt sind und 45.480 μg Vitamin C enthalten, kommt die Brennnessel auf 333.000 μg pro 100 Gramm.

Die Brennnessel liefert außerdem sehr viel Kalzium. Mit 713 mg pro 100 Gramm ist der Kalziumanteil sogar höher als jener von Chia-Samen, deren Kalziumgehalt bereits etwa fünfmal so hoch ist wie jener der Milch (630 mg Kalzium pro 100 Gramm). Außerdem haben Brennnesseln einen hohen Vitamin A, B1, K und E Anteil und liefern wichtige Spurenelemente wie Kalium, Magnesium und Kieselsäure. Das heißt konkret: Brennnesseln haben eine nachgewiesene entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung, stärken das Immunsystem, wirken unter anderem entwässernd und durchblutungsfördernd.

Wie können Brennnesseln verzehrt werden?

Das Gute gleich vorweg: Alle Teile der Pflanze lassen sich sowohl roh als auch in verarbeitetem Zustand essen. Ob Blätter oder Samen, ob in Salaten oder als Tee: Dieses Wildkraut kann vielseitig verwendet werden. Aber Achtung: In den vielen sehr feinen Brennhärchen der Blätter und des Stängels befindet sich Gift. Berührt man die Härchen, brechen sie ab und geben eine Flüssigkeit frei, die unter anderem Histamin und Ameisensäure enthält. So bilden sich die schmerzhaften Quaddeln auf der Haut. Beim Pflücken also lieber Handschuhe tragen. 

Die Quellenangaben zu diesen Informationen finden sich am Ende des Blogbeitrags.  

Knödel mit heimischem Superfood

Warum also nicht dieses Superfood mit dem traditionellen Knödel vereinen. Für die Brennnesselknödel werden die Brennnesselblätter gewaschen, blanchiert und in feine Streifen geschnitten. Zusammen mit Zwiebeln und Knoblauch werden sie gedünstet. Brotwürfel werden mit Milch und Eiern gemischt, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss gewürzt und mit der Brennnesselmischung vermengt. Dazu kommt noch etwas Mehl und frisch geriebener Bergkäse. Die Brennnesselknödel ziehen in heißem Wasser und werden mit etwas geschmolzener Butter und geriebenem Käse serviert. 

Ebenfalls typisch für die Tiroler Küche sind StrudelSpätzle und Tiroler Gröstl.

Brennnesselknödel

Gang: HauptgangKüche: ÖsterreichischSchwierigkeit: Einfach
Portionen

4

Portionen
Zubereitungszeit

20

Minuten
Kochzeit

10

Minuten
Total time

30

Minuten

Was gibt es typischeres für Tirol, als Knödel? Egal ob süß oder herzhaft, als Hauptspeise oder als Nachtisch: Knödel gehen einfach immer. Diese Brennnesselknödel sind definitiv eine etwas ausgefallenere Variante dieses beliebten Klassikers.

Zutaten

  • Für die Knödel
  • 250 gr frische Brennnesseln

  • 160 gr Knödelbrot

  • 3 Eier

  • 60 ml lauwarme Milch

  • 70 gr Bergkäse

  • 2 EL Mehl

  • 1/2 Zwiebel

  • 1 Knoblauchzehe

  • Salz

  • Pfeffer

  • Muskatnuss

  • Zum Servieren
  • Butter

  • geriebener Parmesan

Zubereitung

  • Die Brennnesseln waschen und die Blätter von den Stängeln entfernen. Die Brennnesselblätter in kochendem Wasser für etwa zwei Minuten blanchieren und anschließend in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben. Auf Küchenrolle geben und vorsichtig abtrocknen.
  • Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden, den Knoblauch fein hacken und die Brennnesselblätter in Streifen schneiden. Etwas Olivenöl in eine Pfanne geben und den Zwiebel zusammen mit dem Knoblauch etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Die Brennnesselstreifen hinzugeben und für etwa fünf weitere Minuten dünsten.
  • Das Knödelbrot in eine große Schüssel geben, die Milch und die Eier hinzugeben und mit einem Holzkochlöffel vorsichtig mischen. Mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss abschmecken.
  • Den Käse fein reiben und zu der Brotmischung geben. Abschließend den gedünsteten Zwiebel, den Knoblauch und die Brennnesseln unterheben und für etwa 10 Minuten ruhen lassen. In der Zwischenzeit in einem großen Topf Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen.
  • Mit feuchten Händen je nach Größe 10 Knödel aus der Masse formen und in den Topf geben. Die Knödel für ca. 10 Minuten im heißen Wasser ziehen lassen.
  • Parmesan fein reiben, in einem kleinen Topf etwas Butter bräunen. Die Knödel mit der Butter übergießen und mit Käse bestreuen.

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